Floating Office - Ein innovativer Schreibtisch für das Büro der Zukunft

Ein Schreibtisch ohne Beine. Geht nicht?
Geht doch - und zwar bei Floating Office aus Darmstadt. Florian, Philipp, Sigrid und Dominik stehen kurz vor der Gründung, können aber jetzt schon ein vielversprechendes Produkt vorweisen: einen mit Seilen an der Decke anzubringenden Schreibtisch, der zukünftig mit interessanten Features ausgestattet und sogar höhenverstellbar sein soll. Die Erfahrungen mit dem ersten Prototypen, der etwa Anfang 2018 auf den Markt kommt, wollen die Gründer wertvolles Feedback einholen und den Weg für die Zukunft - und den zweiten Prototypen - ebnen. Was das Floating Office alles kann und welche Vision die Gründer mit ihrem Start-up verfolgen, verraten uns Philipp und Florian im Interview.

Florian, Philipp, wie würdet ihr euren Großmüttern Floating Office erklären?
Florian: Stell dir deinen Schreibtisch ohne Beine vor - also nur eine Tischplatte. Diese Platte ist mit Seilen an der Decke befestigt. Du fragst dich sicherlich, ob der Tisch dann nicht schwingt. Doch das tut er nicht. Durch die clevere Anordnung von Seilen wird das Schwingen nämlich vermieden.  Wenn du den Tisch mal nicht benutzt, kannst du ihn zudem an die Decke fahren und den Platz für andere Dinge nutzen. Das ist besonders für moderne Büros interessant, da man heutzutage eben nicht mehr den ganzen Tag stumm vorm Schreibtisch sitzt und mit dem PC arbeitet.

Welche Funktionen könnt und wollt ihr in den Schreibtisch integrieren?
Florian: In Kundeninterviews haben wir versucht herauszufinden, welches Feature für welche Nutzergruppe Sinn machen könnte. Jetzt möchten wir uns auf einige wenige konzentrieren. Beispielsweise eine Stromversorgung im Tisch, also integrierte Steckdosen, USB- und auch LAN-Anschlüsse. An der Unterseite des Tisches würden wir außerdem Beleuchtung anbringen, sodass man den Tisch, wenn man ihn hochfährt, zusätzlich als Deckenleuchte nutzen kann. Mit der Zeit würden wir weitere Features hinzufügen. Zum Beispiel eine neigbare Tischplatte für kreative Tätigkeiten oder das Nutzen der Unterseite als akustisches Raumelement, indem man diese beispielsweise mit Filz verkleidet.

Wollt ihr mit eurem Produkt auch ein ergonomisches Problem lösen?
Florian: In jedem Fall. Das ist einer unserer Grundgedanken. Der ergonomische Aspekt wird immer wichtiger, hat sich allerdings noch nicht in allen Büros und auf allen Ebenen durchgesetzt. Wir möchten definitiv vorantreiben, dass alle Arbeitsplätze mit einem höhenverstellbaren Schreibtisch ausgestattet sind und der Ergonomie-Gedanke mehr ins Bewusstsein der Menschen rückt.

Kann ich den höhenverstellbaren Schreibtisch in jedem beliebigen Raum abringen?
Philipp: Unser Ziel ist es, für jede Deckenart oder -beschaffenheit eine Aufhängung bereitzustellen - seien es Betondecken oder abgehängte Decken. Neben der Deckenbeschaffenheit ist die Raumhöhe für uns noch sehr relevant, da sich die Stabilität mit zunehmender Seillänge ändert. Derzeit haben wir einen Tisch im Rahmen unserer Pilotphase in einem Büro hängen - dort haben wir trotz drei Meter Deckenhöhe eine hohe Stabilität. Derzeit können wir bis dreieinhalb Meter Deckenhöhe eine sehr gute Stabilität gewährleisten. Damit decken wir einen Großteil aller (Großraum-) Büros oder Wohnungen ab.

Dort draußen entstehen fast täglich neue Start-ups, die den Markt erobern wollen. Warum wird gerade Floating Office ein Erfolg?
Philipp: Wir haben vor allem ein sehr innovatives Produkt, was es in dieser Form noch nicht gibt. Zudem strukturieren sich momentan viele Büros neu und richten sich vor allem hinsichtlich des "Büros der Zukunft" neu aus. Wir kommen mit unserer Idee zur richtigen Zeit, um den Wandel mitgestalten zu können. Außerdem haben wir ein sehr gut funktionierendes Team. Die Chemie unter uns stimmt total und in der Bandbreite der Bereiche sind wir sehr gut aufgestellt - also in Technik, Design und Wirtschaftlichem.

Was müsste ein Investor mitbringen oder anbieten, um bei euch investieren zu dürfen?
Florian: Gerade weil wir ein so innovatives und auch recht unkonventionelles Produkt haben, was es so in der Form auf dem Markt noch nicht gibt, ist für uns extrem wichtig, dass potentielle Investoren mehr als nur den wirtschaftlichen Gedanken verfolgen und unsere Begeisterung für unser Produkt teilen können. Eine gewisse technische Affinität wäre natürlich auch wünschenswert, sodass beide Seiten von einer Beteiligung profitieren können und man die Person gut ins Team integrieren kann. Die Möbelbranche ist sehr eigen, weswegen ein Investor für uns von Vorteil ist, der in diesem Bereich Erfahrung und ein gutes Netzwerk hat. 

Und wie möchtet ihr zukünftigen Kunden von eurem Produkt überzeugen?
Florian: Bisher war es kein Problem, Menschen von unserem Konzept und dem Design des Schreibtisches zu überzeugen. Wenn Bedenken geäußert wurden, dann meist hinsichtlich der Stabilität. Das aber nur, weil niemand bisher an solch einem Schreibtisch gearbeitet hat. Deswegen laden wir die Leute gerne ein, sich an den Schreibtisch zu stellen, an ihm zu rütteln und sich selbst von der Stabilität überzeugen zu können. So machen wir es momentan in unserer Pilotphase.
Wenn wir an den Markt gehen, wollen wir für den Vertrieb mit Raumausstattern und Architekten zusammenarbeiten, weil diese ein bestehendes Netzwerk haben und unseren Tisch direkt von Anfang an in neue Raumkonzepte mit einplanen können.

Habt ihr bereits Kooperationspartner für euch gewinnen können - beispielsweise für die Produktion?
Florian: Für unseren nächsten Prototypen sind wir schon in tiefer gehenden Gesprächen mit Zulieferern und regionalen Schreinern, die uns da auch sehr gut unterstützen. Mit diesen besprechen wir die Produktion des Tisches noch einmal im Detail und auch welche Komponenten zu der endgültigen Version am besten passen. Uns ist sehr wichtig, die Produktion regional zu halten, sodass wir auf konstruktive Änderungen oder Kundenwünsche schnell reagieren können. Zudem haben wir unsere Pilotphase in einem Coworking Space gestartet, mit dem wir eng zusammenarbeiten. Dadurch erhalten wir wichtiges Feedback über die User Experience, das wir in der Produktentwicklung berücksichtigen können.

Was möchtet ihr als Gründer von Floating Office unbedingt erreichen?
Philipp: Eines unserer größten Ziele derzeit ist unseren verfahrbaren Tisch so weit fertig zu entwickeln, dass wir ein technisch ausgereiftes Produkt haben. Unsere große Vision ist, dass später in jedem modernen Büro ein Floating Office hängt, wodurch sich die Arbeit kreativ und flexibel gestaltet.

Ihr möchtet zukünftig auch an einen modernen Schreibtisch ohne Beine arbeiten und dazu noch euren Rücken schonen? Dann schaut bei Floating Office vorbei und überzeugt euch selbst. Vielen Dank an Philipp und Florian für das interessante Interview.

Floating Office Team