FoodSharity – eine App gegen Lebensmittelverschwendung

Jährlich werden in Deutschland etwa elf Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet, während in ärmeren Ländern eine unvorstellbare Anzahl an Menschen hungern muss. Julia, Corinna und Oliver haben sich für dieses Problem eine clevere Lösung überlegt: mit ihrem Start-up FoodSharity möchten sie eine Community aufbauen, die durch das Teilen von Lebensmitteln einen Beitrag zum Kampf gegen den Hunger in der Welt leisten kann. Wer Lebensmittel übrig hat, kann diese weitergeben oder Menschen zum gemeinsamen Kochen finden. Gleichzeitig kann man an Hilfsorganisationen spenden und somit den Menschen helfen, die sich selbst kein Essen leisten können. Welche Herausforderungen das Gründen mit sich bringt und wie der Inkubator der Telekom „Uqbate“ die drei Gründer bei ihrem Vorhaben unterstützt, erzählt uns die angehende Geschäftsführerin des Unternehmens, Julia, im Interview.

Mit dem Geschäftsmodell von FoodSharity plant ihr, die Verschwendung von Lebensmitteln zu reduzieren: wie genau funktioniert das?

FoodSharity funktioniert wie ein soziales Netzwerk – nur für die Weitergabe von Lebensmitteln. Es können sich sowohl Privatleute als auch Geschäftskunden wie beispielsweise Restaurants mit ihren eigenen Profilen anmelden und dort übrig gebliebene Lebensmittel oder auch fertig gekochte Gerichte einstellen. Auf dem persönlichen Profil können so viele persönliche Informationen angezeigt werden wie man möchte. Wenn man mit verschiedenen Nutzern gute Erfahrungen gemacht hat, kann man diejenigen als Favoriten speichern und sich darüber auf dem Laufenden halten, ob diese Personen ein neues Gericht anbieten oder etwas abzugeben haben. 

Welche sozialen Organisationen kann ich durch meine Spende unterstützen?

Wir hätten gerne so viele soziale Projekte und Organisationen wie möglich, mit denen wir kooperieren und die wir unterstützen können. Die Gelder der Kunden sollen nämlich genau in die Organisationen fließen, die jeder Kunde persönlich gerne unterstützen möchte. Besonders wichtig sind uns aber Hilfsprojekte, die sich auf den Hunger in der Welt konzentrieren.

Zusammen mit deiner Mitgründerin Corinna warst du bereits vor der Gründung mit eurem Blog "Rethinker" in der Food-Branche unterwegs. Hat euer Blog euch die Inspiration für die Geschäftsidee von FoodSharity gegeben?

Essen ist für uns schon immer ein wichtiges Thema gewesen. Durch Rethinker haben wir begonnen, uns viel mit nachhaltigen Projekten auseinanderzusetzen. Letztendlich sind wir dadurch auch zu dem Schluß gekommen, dass wir selbst auch etwas in der Welt verändern möchten. Wir haben festgestellt, dass einfach zu viele Lebensmittel verschwendet werden und haben uns überlegt, wie man dem Problem entgegenwirken könnte.

Ihr seid momentan durch Uqbate, den Inkubator der Telekom, gefördert: wie sieht die Unterstützung aus und wie hilft sie euch weiter?

Ich bin bei der Telekom hauptberuflich tätig und habe nun eine dreimonatige Freistellung bekommen, um mich voll und ganz auf mein Projekt konzentrieren zu können. Während dieser Zeit werde ich von verschiedenen Start-up Beratern betreut, die mich dabei unterstützen, mein Vorhaben zu einem finanzierungsfähigen Projekt zu entwickeln. Zudem bekomme ich Zugang zu Investoren und Managern, die innerhalb der Telekom bei der Umsetzung unterstützen können, aber auch zu externen Beratern. Am Ende der drei Monate haben wir dann die Möglichkeit unser Projekt in Form eines Pitches vorzustellen. 

Euer Geschäftsmodell ist vor wenigen Wochen online gegangen: was waren bisher die größten Herausforderungen für euch?

Bis jetzt war die Gründung unseres Start-ups eine der größten Herausforderungen. Es gibt behördlich einfach sehr viele Dinge zu beachten, mit denen man sich noch nie auseinandergesetzt hat. Der Gründungsprozess ist noch nicht komplett abgeschlossen und etwas nervenaufreibend. Wir hoffen aber, dass alles glatt geht. 

Was sind die nächsten Schritte bei FoodSharity?

Wir sind gerade dabei, unseren ersten Prototypen für die App aufzusetzen. Dieser soll dann in einem Testlabor von einer großen deutschen Firma mit mehreren tausend Usern getestet werden. Wenn das alles positiv verläuft, möchten wir danach natürlich so viele Kooperationspartner beziehungsweise Spendenorganisationen wie möglich finden, um dann hoffentlich dieses Jahr noch mit der App live zu gehen. 

Möchtet ihr auch etwas gegen den Hunger in der Welt bewirken? Dann schaut auf FoodSharity vorbei und werdet Teil der Community! Wir danken Julia Krake für das Gespräch und wünschen dem gesamten FoodSharity-Team noch weiterhin viel Erfolg!