Partymode – Partystimmung per App

In Zeiten digitaler Kommunikation ist es oft lästig und langwierig, sich für einen Abend unter Freunden zu verabreden. Wolfgang und Johannes möchten den Prozess des Verabredens vereinfachen und haben eine App entwickelt, mit der man per Knopfdruck seinen Freunden signalisieren kann, ob man im „Partymode“ ist oder nicht. Wie diese Idee genau funktioniert, wie die beiden Gründer damit Geld verdienen wollen und wie Sie Österreich als Start-up Standort bewerten, erfahrt ihr im Interview. 

Wie genau funktioniert die Partymode-App?
Wolfgang: Es gibt einen virtuellen Schalter, der drei Stellrichtungen hat: eine Mittelstellung – das Pending oder der neutrale Status – und jeweils ON und OFF. So signalisiert man den eigenen Kontakten das eigene Befinden, da der Schalter mit der Freundesliste verknüpft ist. Hat man sich also im Telefonbuch abgespeichert, bekommt das Gegenüber – solange er mich als Favorit festgelegt hat – eine Benachrichtigung darüber, ob ich im Partymode ON bin. Der Partymode-Schalter ist also eine Art Hilfestellung und gibt den ersten Impuls. Im nächsten Schritt kann man anhand der Freundesliste sehen, wer Lust hat etwas zu unternehmen, wer nicht und wer sich noch nicht entschieden hat. Diejenigen, die sich noch nicht entschieden haben kann man per sog. partify-Funktion dazu auffordern den Status bekannt zu geben.

Es existieren heutzutage ja unzählige Messenger-Dienste und Party-Apps: Was ist aber der USP eurer App/womit stecht ihr heraus?
Johannes: Ich nehme mal vorweg: Es gibt Statistiken, die besagen, dass sich die App-Nutzung in den nächsten Jahren noch erhöhen wird und dass vor allem Messenger-Dienste beziehungsweise soziale Medien und Netzwerke immer stärker verwendet werden. Wir verstehen uns allerdings nicht als Messenger-Dienst. Man könnte sagen, dass wir eine Party-App sind, aber unser Hauptangebot ist ein anderes. Es geht uns darum, sich mit seinen Bekannten und Freunden zu vernetzen – aber mit dem Vorwissen, ob jemand Lust und Laune hat etwas zu unternehmen. Die Unternehmung muss keine Party, sondern kann auch ein Kino- oder Spieleabend sein. Wir setzen eben vor der Kommunikation an. Man muss zwar aktiv den Schalter umlegen, aber das Chatten folgt bei uns erst im nächsten Schritt. Unser Haupt-USP ist also der Schalter. Um es dem Nutzer einfacher zu machen, haben wir die „partycrowds“, also die möglichen Chat-Gruppen hinzugefügt – diese sollen aber keine Konkurrenz zu Messenger-Diensten darstellen.

Wolfgang: Wir haben uns die Konkurrenz und vor allem die „Big Player“ wie Facebook und Whatsapp natürlich angeschaut. Wir geben zu: wir haben das Rad nicht neu erfunden, aber ich denke wir haben uns die besten Aspekte herausgesucht und unser eigenes Ding auf die Beine gestellt. Die Konkurrenz arbeitet sehr veranstaltungslastig. Uns ist aber wichtig, dass Freunde zusammenkommen –  und das egal wo.

Ihr seid seit Mai 2017 online. Wie sind die ersten drei Monate für euch verlaufen?
Johannes: Wir haben die App zunächst in einer geschlossenen Gruppe getestet, wo alles sehr gut funktioniert hat. Als wir dann in den Markt gegangen und mehr Nutzer dazugekommen sind, sind noch verschiedene kleine Fehler aufgetreten. Mindestens einen Monat lang mussten wir daher noch diverse kleinere Bugs beheben und konnten die Marketing-Maßnahmen erst danach starten.

Wolfgang: Das liegt vor allem daran, dass es mittlerweile viele verschiedene Smartphone-Versionen gibt. Für ein kleines Start-up mit begrenzten finanziellen Mitteln ist es da doch recht schwierig, alle Fehler vorab auszumerzen. Ein guter Bekannter sagte mir mal: Du hast eine gute App gemacht, wenn sie beim Launch nicht gleich abstürzt. Und das haben wir geschafft (lacht). 

Wonach seid ihr in finanzieller Hinsicht auf der Suche/wie kann man euch unterstützen?
Wolfgang: Die Investorensuche hat für uns momentan die höchste Priorität, weil unsere finanziellen Mittel schon sehr erschöpft sind. Uns war auch wichtig Werbepartner zu finden, mit denen eine Win-win-Situation entstehen kann. Momentan sind wir auf der Suche nach einem Partner, der das Potential unserer App sieht, unsere Business-Modelle für gut befindet und mit dem man strategisch vorgehen kann. Uns ist sehr wichtig, dass die App einen Nutzen für den User darstellt und er sie als eine Bereicherung versteht.   Wir haben mittlerweile eine Tageszeitung als Werbepartner gewonnen, wo bei Partymode OFF das aktuelle Fernsehprogramm ausgespielt wird. Das ganze funktioniert derzeit noch global, soll aber dann länderspezifisch ausgestrahlt werden.  Im Gegenzug haben wir dafür Mediavolumen erhalten. An Mediavolumen fehlt es uns also nicht – die Medien unterstützen uns sehr und finden die App klasse. Uns fehlt nun ein Cash-Investor, mit dem wir an der Entwicklung und an der Integration der Business-Modelle arbeiten können, damit wir auch alles richtig umsetzen.

In was würdet ihr frisches Kapital investieren?
Johannes: Eine stetige Weiterentwicklung der App ist unser Ziel. Darum würden wir das Kapital in zwei Dinge investieren. Zum einen ins Marketing, zum anderen in die Implementierung verschiedener Business-Modelle. Diese könnten mit Hilfe des richtigen Investors bis Ende des Jahres umgesetzt werden. Das sind natürlich auch Dinge, die Investoren interessieren, da wir darüber Geld generieren können. Gleichzeitig bringt es den Nutzern einen Mehrwert und macht die App für sie interessanter.

Wenn es um Start-ups in Deutschland geht schaut man direkt nach Berlin. Wie bewertet ihr aber Österreich als Standort für Start-ups? 
Johannes: In Wien oder in Österreich im Allgemeinen passiert momentan was Start-ups, Coworking spaces – wir arbeiten selbst in einem – oder Netzwerke angeht, schon sehr viel. Ich denke, dass bei uns der Standort aber nicht unbedingt eine Rolle spielt, sondern die Vernetzung: wo bekommt man Input oder Expertise her? Das ist hier in jedem Fall vorhanden. 

Ihr möchtet euch in Zukunft auch schneller mit euren Freunden verabreden können? Dann ladet euch die Partymode App herunter und legt los. Wir danken Johannes und Wolfgang für das spannende Interview und wünschen Euch weiterhin viel Erfolg!