Varomo UG - Mobiler Robotertisch soll Alltagshelfer der Zukunft werden

Er ist klein und folgt einem auf Schritt und Tritt: Der CAREcules von Varomo. Der kleine mobile Tisch wird den Alltag vieler Menschen mit Handicap erleichtern. Mit Hilfe der eingebauten "Follow Me"-Funktion, sollen dem Patienten/Nutzer künftig Alltagsgegenstände hinterhergefahren werden. Der kleine Helfer (LxBxH ca. 52 x 32 x 45 cm) ist bis auf über einen Meter höhenverstellbar und kann bis zu 15 Kilogramm tragen. An dieser Innovation arbeiten Thomas Link, Philipp Pfundstein und Karl-Bang Gottlebe - die Gründer der Varomo UG - seit eineinhalb Jahren. Was wir in Zukunft vom vielversprechenden Start-up aus Pforzheim/Sindelfingen bei Stuttgart erwarten dürfen und welche Gründer-Tipps Thomas für euch hat, erfahrt ihr im Interview.

Thomas, ihr bietet mit dem CAREcules einen Roboter an, der hilfsbedürftigen Menschen den Alltag erleichtern soll. Wie können wir uns das vorstellen?

CAREcules ist ein modular aufgebauter Transportroboter, der Menschen im Haushalt Alltagsgegenstände hinterherfährt. Der Nutzer bekommt einen Sender, den er sich beispielsweise in die Hosentasche stecken oder an seiner Krücke befestigen kann und dem der CAREcules folgt. 

Wie weit seid ihr bereits mit der Produktentwicklung - gibt es schon einen Prototyp?

Es gibt einen teilfunktionalen Prototyp. Momentan stecken wir mitten in der Entwicklung der "Follow Me"-Steuerung. Aktuell wird der Prototyp über einen Funk-Controller gesteuert. Bei Nutzertests können wir so herausfinden, an welchen Punkten sich der Roboter wie verhalten muss. Der Fokus der Entwicklung liegt also auf dem Verfolgungsmodus und dem erschütterungsarmen Fahrwerk. 

Was sind eure nächsten Meilensteine?

Der Markteintritt ist natürlich das oberste Ziel. Den streben wir für das dritte Quartal 2019 an. Wir wollen Anfang 2018 unseren Prototyp so weit entwickelt haben, dass die "Follow Me"-Funktion in Verbindung mit der Umgebungssensorik reibungslos funktioniert. Im zweiten und dritten Quartal 2018 intensivieren wir dann mit externen Testpersonen Nutzertests in Realsituationen.

Konntet ihr im Bereich der Produktentwicklung bereits Partner für euch gewinnen?

Im Bereich der Produktentwicklung arbeiten wir unter anderem mit einem Ingenieursbüro zusammen. Der Fokus liegt momentan auf der engen Zusammenarbeit mit Sanitätshäusern. Diese wollen wir für die künftigen Testphasen und für den Markteintritt als Partner gewinnen. Zudem sind wir mit mehreren Zulieferern im Gespräch, die möglicherweise auch Teile der Produktion übernehmen können. Dort ist jedoch noch nichts in trockenen Tüchern, da alles von der Stückzahl abhängt, die wir letztendlich produzieren können. 

Gab es bisher viele Dinge, die nicht umgesetzt werden konnten, weil das Geld fehlte? 

Ja - Mitarbeiter einstellen. Uns fehlt beispielsweise ein zweiter Ingenieur im Elektronik-Bereich. Dadurch zieht sich die Entwicklung in die Länge. Wir haben jetzt den Antrag für junge Innovatoren gestellt - dieser ist ähnlich wie das EXIST Stipendium nur auf Länderebene. Darüber können wir zwar keine Mitarbeiter finanzieren, aber zumindest uns selbst. Um externes Kapital aufzutreiben, machen wir eigentlich nichts Anderes als andere Start-ups. Wir gehen pitchen und versuchen Publicity zu bekommen, um Investoren auf uns aufmerksam zu machen. 

Wenn es um Start-ups geht, ist oftmals die Rede von Berlin. Was macht aber den besonderen Reiz der Region Stuttgart aus?

Ein Vorteil der Region gegenüber Berlin ist in unseren Augen die Nähe zur Industrie und zum starken Mittelstand. Da hoffen wir, in den nächsten Monaten noch Partner finden zu können. Zudem sind die vielen guten Hochschulen der Region wie Pforzheim, Karlsruhe und Stuttgart, die gerade im wirtschaftlichen und technischen Bereich ziemlich fit sind, ein großer Vorteil. Wir haben die Chance auf viele gute Praktikanten und Studenten, die Abschlussarbeiten schreiben – und sich dadurch als potentielle, langfristige Teammitglieder beweisen können. Die Wege sind kurz, es gibt viele potentielle Nutzer und Kunden und die Ballungszentren sind im Vergleich zum Osten finanziell etwas besser aufgestellt. 

Was sind Deine Tipps für einen gelungenen Start?

Auf jeden Fall sollte man erst einmal anfangen. Wenn man eine Idee hat, sollte man sich hinsetzen und überlegen ob die Idee ein Problem löst. Als nächstes anfangen, ein Team zusammenzustellen. Das Team ist super wichtig. Man braucht Leute, auf die man sich verlassen kann und ein Team, das heterogen ist, um einfach verschiedene Sichtweisen und Lösungswege generieren zu können. Außerdem sollte man sich frühzeitig nach einer (Anschluss-) Finanzierung umschauen und sich gute Mentoren suchen, die einem mit Rat und Tat zur Seite stehen. Denn viele Erfahrungen ka nn man als junger Mensch einfach noch nicht gemacht haben. Und zuletzt: Leidensfähigkeit und Durchhaltevermögen.

Ihr wollt mehr über den kleinen Alltagshelfer erfahren oder einfach auf dem Laufenden bleiben? Dann schaut auf Varomo vorbei und informiert euch. Wir danken Thomas für das interessante Interview!