Pamyra – „Das Booking.com für die Logistik“

Seit knapp zwei Jahren arbeiten die befreundeten Gründer Felix Wiegand und Steven Qual an der Idee, eine Kombination einer offenen Frachtenbörse und einer für den Kunden kostenlosen Transportvermittlung anzubieten. Das Sharing-Economy-Modell soll dem Problem der täglich über 400.000 nicht voll beladenen Lkw und Transporter auf deutschen Straßen entgegenwirken. Im November 2015 gründeten die zwei Jungunternehmer ihr Start-up Pamyra, mit dem Angebote, Preise und Leistungen aller verfügbaren Speditionen verglichen werden und so freier Laderaum genutzt werden kann. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern verbessert gleichzeitig die Marge der Speditionen. Maren Könemann sprach mit den beiden Gründern.

 Felix Wiegand   Steven Qual

 

Felix, Steven, was war der Auslöser für den Start in euer eigenes Business?

 Steven und ich schauen schon seit einigen Jahren nach innovativen Geschäftsmodellen, vor allem im Online-Bereich. Bei Pamyra gab es zum allerersten Mal keine Ausrede mehr, es nicht anzugehen. Alle Ressourcen waren vorhanden: wir hatten das Team, wir hatten nach langer Lernphase auch das Know-How sowie das Netzwerk. Damit waren alle Ressourcen vorhanden um erstmalig mit einem Start-up loszulegen. Die initiale Geschäftsidee kam von meinem Schwiegervater, der Niederlassungsleiter einer großen Spedition ist. Er kam also mit einem expliziten Need aus der Wirtschaft auf uns zu. Das hat uns dazu gebracht die Logistik ein bisschen genauer anzuschauen und die Branche gleichzeitig mit einem E-Commerce-Blick zu sehen

 

Wie verdient ihr Geld mit eurem Geschäftsmodell?

Anders als die bereits existierenden Transport-Vermittler haben wir kein monatliches Payment-Konzept. Wir verdienen erst was, wenn der Transport vermittelt wurde, also wenn unsere Partner – die Speditionen – auch Geld verdient haben. Die Provision vom Transportpreis liegt da im einstelligen Prozentbereich.

 Ein weiterer Grund dafür, dass wir kein monatliches Payment-Konzept anbieten wollen liegt darin, dass unser Dienst weitestgehend für  KMUs gemacht ist. Diesen ein monatliches Payment aufzuerlegen halten wir für wenig sinnvoll. Deswegen ist unser Motto: wir verdienen erst Geld, wenn unsere Partner Geld verdienen.

 

Es existieren bereits einige Frachtenbörsen auf dem Markt. Wie unterscheidet ihr euch zu eurer Konkurrenz wie zum Beispiel Trans.eu, Teleroute oder TimoCom?

 Auf dem Markt existieren zwei große Konzepte: zum Einen gibt es Frachtenbörsen wie TimoCom oder Trans.eu, die alle nach dem selben Ausschreibungsprinzip funktionieren: ich als Versender inseriere mein Anliegen und nach ein paar Stunden oder vielleicht erst nach ein paar Tagen kommt ein Angebot rein, woraufhin ich mich für das passendste Angebot entscheiden kann. Die Wenigsten haben allerdings Attribute. Bei uns kann man aber nach Merkmalen der Transportdienstleister vergleichen.

Zum Anderen gibt es die Online Speditionen. Das sind einfach Speditionen oder Netzwerke, die einen Transportkostenrechner oder ein Formular auf ihre Seite gebracht haben um Ihr Angebot für Kunden verfügbar zu machen. Was diese beiden Konzepte in unseren Augen verbindet, ist, dass sie die Probleme eigentlich gar nicht lösen, sondern lediglich ins Internet hochheben. Wir wollen aber die genannten Probleme wie Kostendruck, Transparenz, Aufwand, etc. lösen. Wir sind einfach schneller, transparenter und günstiger.

 Wir verfolgen einfach ein ganz anderes Konzept. Wir sind weder eine Ausschreibungsplattform, noch ein digitaler Transportkostenrechner für eine Spedition. Wir wollen die existierenden Kalkulationen und Dienstleister, die es am Markt gibt, auf einer Plattform sichtbar machen. Sozusagen das Booking.com für die Logistik.

 

Ihr garantiert euren Kunden zuverlässige und sichere Speditionen: inwiefern kontrolliert ihr eure Partner auf Qualität?

 Wir akquirieren nur Speditionen, von denen wir wissen, dass sie ein hohes Qualitäts-Niveau mitbringen. Das gewährleistet zunächst, dass unsere Partner vernünftig sind und keine grauen Schafe dabei sind. Wir kennen die Inhaber alle persönlich und fahren persönlich hin. Perspektivisch werden wir bald ein Feature freischalten, mit dem die Kunden die Transportunternehmen bewerten können. Damit bringen wir  Qualitätstransparenz in die Branche. Dass der Kunde mit Nutzerfeedback für sich abwägen kann, welcher Transportdienstleister der richtige für ihn ist, gibt es so bis jetzt noch nicht. Da trennt sich auch die Spreu vom Weizen. Viele Partner sagen, dass es für sie einen hohen Wert hat, sich durch gutes Feedback wiederum vor Ihren potentiellen Kunden  hervorheben zu können.

 

Für eure Kunden ist es vor allem von Interesse, dass das Transportgut sicher und heile am Zielstandort ankommt: was passiert, wenn die Ware auf dem Weg beschädigt wird oder gar verloren geht?

 Wir sind der Dienstleistungsvermittler. Der Vertrag selbst kommt zwischen dem Kunden und dem Spediteur zustande – anders als bei Online-Speditionen. Insofern ziehen die üblichen Prozesse der Transportunternehmen. Grundsätzlich kommunizieren wir jegliche Probleme aber auch gerne weiter. Man braucht sich lediglich bei uns zu melden und wir geben das Problem weiter.

 

Was ist, wenn es für meine gewünschte Ware keine passende Spedition gibt?

 Wir werden bis Ende Januar 2017 genügend Partner akquirieren,  sodass zu jeder Anfrage auch ein bis zwei Angebote angezeigt werden können. Im Laufe des nächsten Jahres wird es dann also immer mehr Ergebnisse geben. Bei Vermittlungsproblemen rufen wir aber auch gerne nochmals persönlich bei unseren Partner an und fragen nach, ob sich noch etwas ergeben könnte. Anfragen, die noch kein Ergebnis liefern, können Versender also gern auch telefonisch an uns richten.

 

Ihr wollt mit Pamyra ein „ökologisches, soziales und ökonomisches Netzwerk über den gesamten Globus“ aufbauen: wie global agiert ihr bereits?

 Wir haben da ganz große Spickzettel und eine lange Liste von Wünschen, die wir gerne erfüllen würden. Viele wollen, dass wir über die Grenzen hinweg liefern (lassen) können. Vor allem die Schweiz, Österreich, die Niederlande und Polen haben großen Andrang . Die Erweiterung unserer Datenbank, in der alle Strecken in Deutschland enthalten sind, um ein ganzes Land ist allerdings mehr als nur ein Tastendruck. Wir rechnen in etwa einem Jahr mit den ersten Erfolgen in der Richtung.

 

Was sind eure nächste Schritte?

 Zunächst gilt es, die Deutschlanddeckung zu erreichen. Wir wollen deutschlandweit genügend Partner akquirieren, damit wir einfach überall Angebote abbilden können. In einem zweiten Schritt werden wir alle Marketing- und Kommunikations-Kanäle zu den Kunden öffnen und gezielt Kundenströme auf die Plattform bringen um die ersten Conversions zu bringen.

 

Willst Du sperrige Güter versenden und weißt nicht, welche Spedition die richtige für Dich ist? Dann vergleiche die Angebote auf www.pamyra.de und finde Dein Transportunternehmen.

Wir danken Felix und Steven für das Gespräch und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg mit Pamyra!