PrintPeter – „Wir haben das große Glück, sehr schnell sehr gute Umsätze machen zu können.“

3,5 Million bedruckte Seiten und über 100.000 Nutzer pro Monat. Diese Zahlen sprechen eindeutig für den Erfolg des Berliner Start-ups PrintPeter, das kostenlos Skripte für Studenten ausdruckt und diese durch Werbung finanziert. Wie das Geschäftsmodell genau funktioniert, welche Zukunftspläne die Gründer haben und warum Mitarbeiter es im PrintPeter-Team besonders gut haben, verrät uns Mitgründer Cecil von Croy im Interview.

 

Cecil, was genau macht PrintPeter?

PrintPeter ist ein kostenloser Druckservice für Studenten. Diese können bei uns kostenlos ihre Skripte, Power-Point-Präsentationen etc. hochladen und wir drucken das Ganze in Farbe, binden es in Buchform und schicken es den Studenten kostenlos mit der Post zu. Im Gegenzug dazu generieren wir Daten und können mit diesen Daten ganz gezielt Unternehmen in den Dokumenten platzieren und so den Austausch zwischen Unternehmen und Studenten ermöglichen. Auf dem Kernprodukt „PrintPeter“, also dem Lock-in-Effekt des kostenlosen Druckens, wollen wir jetzt im zweiten Schritt eine Plattform aufbauen, mit der wir Studenten noch über andere Wege mit Unternehmen in Kontakt bringen. Damit lösen wir das große Problem, dass Studenten während ihres Studiums nur schwer in Kontakt mit der Industrie und Unternehmen oder Brands kommen, wodurch sie erst herausfinden können, was sie in der Zukunft machen möchten. 

 

Bereits in den ersten vier Wochen nach Gründung im Mai 2016 haben sich 12.000 Studenten auf eurer Plattform angemeldet: was macht euer Geschäftsmodell so erfolgreich?

Unser Geschäftsmodell ist so erfolgreich, weil wir wirklich für beide Seiten – Unternehmen wie Studenten – einen echten Nutzen bieten. In der heutigen Welt möchte keiner mehr Streuverluste haben und diese minimieren wir gen null. Unternehmen, die bei uns werben, können genau den Studenten ansprechen, den sie möchten. Das wichtige dabei ist, dass keinerlei Daten weitergegeben werden. Das ist eine Art von Werbung, die es bis dato offline noch nicht gegeben hat. Es gibt keine Zeitung und kein Magazin, das gezielt targeten kann und auch online haben viele Unternehmen Probleme, gerade Studenten so gezielt anzusprechen. Dass das Konzept fruchtet, sehen wir auch an den Umsätzen, die wir teilweise in sehr kurzer Zeit gemacht haben.

 

Für was wird in den Anzeigen beispielsweise geworben?

PrintPeter steht momentan auf zwei Standbeinen: zum einen sind dies die HR- und Recruiting-Budgets-Unternehmen, zum anderen die Marketing-Budgets-Unternehmen. Von einer Stellenanzeige über richtige Employer-Branding-Kampagnen bis hin zu Marketingmaßnahmen kann alles dabei sein. Als Beispiel können Girokonten oder Versicherungen im ersten Semester ihre Dienstleistungen anbieten, ein Sportcenter kann ganz gezielt in der Stadt Berlin Studenten ansprechen oder Unternehmen wie Siemens, die gerne Ingenieure an deutschen Universitäten ansprechen möchten, können über uns die Studenten erreichen, die sie brauchen. Im Endeffekt ist jede Consumer-Brand und jeder Arbeitgeber, von kleinen Unternehmen über den Mittelstand bis hin zu Großkonzernen, ein potentieller Kunde von PrintPeter. Bis dato konnten Unternehmen weder online noch offline so gezielt Studenten ansprechen. Durch die lange Werbedauer, bei der ein Unternehmen ein gesamtes Semester bei den Studenten dabei ist und durch das gezielte Targeting, das durch unsere Informationen so einzigartig ist, haben wir ein neuartiges Medium geschaffen. Mittlerweile bewerten über 500 Unternehmen in jetzt knapp sechs Monaten bei PrintPeter ihre Produkte beziehungsweise Arbeitgebermarken. 

 

Ihr nutzt die Werbeflächen noch anders: wie?

Wir wollen dem Studenten zusätzlich den Mehrwert bieten, ihn während des Lernens durch witzige Fun Facts, passende Horoskope, oder Aktivitäten, die er in seiner Stadt machen kann, zu unterhalten. So lernt der Student durch PrintPeter nicht nur Unternehmen, sondern auch seine Stadt kennen und hat dazu noch Spaß beim Lernen. 

 

Was sagt ihr zu neuer Konkurrenz durch zum Beispiel Freiskript oder Spitzenstudent, die mit sehr ähnlichen Geschäftsmodellen auf den Markt gekommen sind?

Eine Gefahr stellt dies für uns nicht dar, sondern eher einen Ansporn. Konkurrenz belebt das Geschäft und zeigt nur, dass unser Modell funktioniert und auch andere damit arbeiten können. Nichtsdestotrotz haben wir den „First-Mover“ Vorteil und bereits unseren Markt unter Studenten sowie große Verträge mit Partnern aufgebaut. Wir arbeiten zum Beispiel mit dem Zeit-Verlag als Kooperationspartner zusammen und haben so auch ganz andere Möglichkeiten, auf Unternehmen zuzugehen. 

 

Letztes Jahr habt ihr erfolgreich eine Finanzierungsrunde abgeschlossen und neue Investoren ans Land ziehen können: wie ist eure Entwicklung seitdem verlaufen?

Wir haben das große Glück, sehr schnell sehr gute Umsätze machen zu können. Wir waren im Dezember – also nach sechs Monaten – Cash-Flow positiv, was glaube ich nicht jeder von sich sagen kann. Nichtsdestotrotz sind wir weiterhin auf der Suche nach einer externen Finanzierung um Tempo aufzunehmen und weiter schnell hochzuskalieren. Im Moment befinden wir uns im Endstadium unserer Seed-Finanzierung. Es sieht also danach aus, dass wir noch im Februar diese Runde schließen werden um mit dem Geld die besagte Plattform aufzubauen und den Studenten einen noch größeren Mehrwert zu bieten. Wir beginnen jetzt auch, unseren Service in Österreich, der Schweiz und in den kommenden Monaten europaweit anzubieten. 

 

Auf Gründerszene.de werdet ihr mit euren Stellenangeboten unter den Top-Arbeitgebern gelistet: Was macht die Arbeit im Team von PrintPeter besonders?

Zum einen legen wir einen ganz großen Wert darauf, dass jeder zu der Philosophie passt, die wir haben und dass wir auch den Kunden gegenüber jung und in einer gewissen Weise „cool“, aber gleichzeitig hochprofessionell auftreten möchten. Zu unserem Leitbild gehört auch, dass wir in jedes Interview hineingehen und versuchen nicht nur jemanden aufgrund seiner Qualifikation einzustellen sondern zu schauen, dass jemand auch wirklich in unser Team passt und den Spirit den wir haben mitleben möchte und auch mitleben kann. Ich glaube wir setzen uns von vielen Arbeitgebern ab, weil wir ein sehr junges Team sind und sehr flache Hierarchien haben: jeder wird in jede Entscheidung mit einbezogen, jeder weiß wie es ums Unternehmen steht und wir wollen gemeinsam unseren Weg gehen. Dass jeder an einem Strang zieht und in Interviews ganz stark darauf geachtet wird, schätzen sowohl unsere Mitarbeiter als auch wir als Management.

 

Was unternehmt ihr im Team, wenn ihr nicht gerade zusammen arbeitet?

Wir essen wöchentlich zusammen entweder zu Mittag oder zu Abend. Zusätzlich muss jeden Monat ein Mitarbeiter aus unserem Team ein komplettes Team-Event kreieren beziehungsweise aufbauen. So waren wir zum Beispiel gemeinsam bowlen oder feiern oder sind in den Freizeitpark gegangen. 

 

Wie sieht die Zukunft von PrintPeter aus? 

Unser Ziel ist auf jeden Fall, dem Studenten nicht nur das kostenlose Drucken als Mehrwert zu bieten, sondern zu versuchen, ihn auf verschiedensten Wegen mit Unternehmen in Verbindung zu bringen. Die Jobbörsen-Plattform und die Ausweitung auf Europa sind unsere nächsten großen Schritte. Wir wollen auch Umfragen für Unternehmen bei Studenten gezielt platzieren. Wir wollen einfach diese Barriere, die von Universitäten aufgebaut wird, dass es für Unternehmen kaum möglich ist Studenten kennenzulernen, durch unsere Plattform auflösen, sodass über uns hoffentlich bald jegliche Recruiting Maßnahmen durchgeführt werden. 

 

Was ist dein Tipp für junge Gründer?

Verliere nie den Fokus. Das habe ich selber lernen müssen und damit bin ich auch öfter auf die Nase gefallen. Im Laufe des Gründens – gerade in den ersten Monaten – und im Laufe des Erfolges, der mit sich kommt, beginnt man schnell zu viel zu wollen und zu schnell andere Dinge anzugehen, weil einem immer wieder neue Möglichkeiten über den Weg kommen. Man muss konzentriert bei seinem Core-Produkt bleiben und das Team nicht zu sehr mit verschiedenen neuen Themen, die sich zwar gut anhören, aber in dem Moment eher unwichtig sind, verunsichern.

 

Möchtest Du dein Skript ebenfalls kostenlos ausdrucken lassen? Dann lade deine Dokumente auf PrintPeter hoch und lasse sie Dir innerhalb von 48h zuschicken. Wir danken Cecil von Croy für das Gespräch und wünschen dem gesamten PrintPeter-Team weiterhin viel Erfolg!