UniNow - „Wir haben festgestellt, dass viele Studenten gar nicht wissen, wo sie mit ihrem Studiengang überhaupt arbeiten können“

Mit dieser App wird der Uni-Alltag so einfach wie nie: Tobias Steenweg und Stefan Wegener aus Magdeburg haben UniNow entwickelt, eine App, mit der Studenten in Deutschland ihren Uni-Alltag verwalten können. Welche Informationen wie in der App integriert sind, welchen Mehrwert dies für deutsche – und bald auch ausländische – Studierende bietet und was die beiden befreundeten Gründer für die Zukunft planen, verriet uns Tobias Steenweg im Interview.

Tobias, was ist das Geschäftsmodell von UniNow?

Wir ermöglichen Unternehmen ein zielgerichtetes Mobile Recruiting für Studenten und Absolventen in Deutschland. Möglich ist das durch unsere App: die UniNow-App, mit der bereits 100.000 Studenten in Deutschland ihren Studienalltag organisieren. In unserem Feature Set haben wir mittlerweile das Wichtigste angebunden: Noten, Stundenplan, E-Mail, Mensa, Bibliothek. Unser Fokus liegt aber auf dem Mobile Recruiting und darauf, dass unsere App für Studenten kostenlos bleibt. Unser Geschäftsmodell hat sich aber auch durchaus mit der Zeit gewandelt. Ursprünglich wollten wir unsere Idee an Hochschulen verkaufen, also ein Lizenzmodell vermarkten, doch das hat leider nicht funktioniert. Studenten wünschen sich zudem, bequem Praktika und Unternehmen finden zu können. Und so ist die Idee entstanden, das Geschäftsmodell so auszurichten, dass die Unternehmen dieses primär finanzieren.

 

 

Wie gestaltet sich euer Recruiting-Modell in der App?

Zusätzlich zum Stundenplan, zu den Noten, zum Mensaplan und so weiter, soll es einen Punkt ‚Karriere’ geben, der sehr studenten- beziehungsweise nutzerfokussiert sein wird. Es geht also darum, dass der Nutzer damit wirklich seine Karriere planen kann. Wir haben festgestellt, dass viele Studenten gar nicht wissen, wo sie mit ihrem Studiengang überhaupt arbeiten können. Es ist für Studenten auch relativ schwierig, solche Dinge zu recherchieren: auf Google werde ich da nicht viel Passendes finden. Dass man also durch uns entspannt auf der Couch sitzen kann und wie bei Tinder Unternehmen ‚durchswipen’ kann, finden wir eine charmante Idee. 

 

Die Angebote werden also mit den Informationen gematcht, die ich der App über mich zur Verfügung stelle?

Genau, vorausgesetzt der Student will das. Wir glauben aber, dass Studierende dadurch einen großen Mehrwert haben. Für Unternehmen ist dies genauso gut, denn diese haben ja das gleiche Problem. Unternehmen brauchen die Reichweite und die Aufmerksamkeit und wollen sich modern präsentieren. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, die Studierenden und die Unternehmen auf bequeme Art und Weise zusammenzubringen. 

 

Inwiefern klinkt ihr euch in die Hochschulen und die Hochschulsysteme – beispielsweise die Notenportale – ein?

Wir bilden die relevanten Informationen, die auf den Webseiten der Hochschulen verfügbar sind in der App ab. Der Student loggt sich quasi genauso ein, wie er es im Browser machen würde, um an seine Informationen wie Stundenplan oder Noten zu gelangen. Der Unterschied bei uns ist, dass der Weg dorthin vollautomatisiert ist und der Student sich nicht mehr im Browser durch eine komplizierte Navigation oder durch verschiedene Portale klicken muss. Der Vorteil der App ist also, dass alle wichtigen Informationen des Studienalltages sehr bequem und übersichtlich jederzeit mobil verfügbar sind.

 

Wie viele und welche Hochschulen sind schon an euer System angeschlossen – gibt es beispielsweise auch private Hochschulen?

Private Hochschulen haben wir aktuell noch nicht geschafft anzubinden. Der Grund dafür liegt aber darin, dass wir uns erst einmal auf die großen Hochschulen konzentriert haben. In unserer „Live“-App – die man auch im App Store finden kann – sind wir aktuell an 100 Hochschulen. Wir haben aber noch eine Beta-App, in der wir ebenfalls weit über 100 Hochschulen vertreten haben. Diese werden dann nach und nach in die „Live“-App integriert, sofern alles gut funktioniert, wir uns mit den Nutzern ausgetauscht haben und wir insgesamt zufrieden sind.

 

Wie haben sich eure Nutzerzahlen seit der Gründung entwickelt?

Angefangen haben wir natürlich bei null (lacht). Wir haben uns dann aber innerhalb eines Jahres von 10.000 auf 100.000 Nutzer steigern können. 

 

Wie habt ihr es nach einer anfänglichen Flaute mit nur 15 Downloads in der ersten Woche geschafft, mehr User zu akquirieren?

Wir machen viele unterschiedliche Sachen und probieren einiges aus: relativ klassisch Online-Werbung über Facebook und Instagram, aber auch Offline-Werbung ist noch immer nicht zu unterschätzen, damit UniNow an den Hochschulen präsent ist. Inzwischen haben wir ganz unterschiedliche Kanäle und nutzen auch die Möglichkeit direkt an den Hochschulen sogenannte Botschafter einzubeziehen. So haben wir beispielsweise letztes Jahr, in der Einstiegsphase, mit einigen Fachschaften zusammengearbeitet, die UniNow weiterempfohlen haben. 

 

Ihr möchtet nach der Flächendeckung in Deutschland internationalisieren. Für wann ist dieser Schritt in etwa geplant?

Wir haben schon etwa 15 Hochschulen in Österreich angebunden, die sich allerdings noch in der Beta-App befinden. Weitestgehend funktionieren sie schon sehr gut und können wahrscheinlich noch diesen Monat live geschaltet werden. Ich denke, dass wir unsere Reichweite in der zweiten Jahreshälfte 2017 auf ein bis zwei weitere Länder erweitern. Ansonsten liegt der Fokus in der ersten Jahreshälfte auf jeden Fall auf Deutschland – da ist noch viel Potential, die App flächendeckend anzubieten. 

 

Sind Du und dein Mitgründer Stefan schon vor der Gründung gut befreundet gewesen?

Wir haben uns tatsächlich im Studium kennengelernt und haben damals schon eine UniNow-ähnliche App für die Uni Magdeburg, wo wir studiert haben, entwickelt – einfach weil uns so etwas gefehlt hat! Das war aber schon im Jahr 2013. Diese App wurde damals bereits von 60% der Studierenden genutzt. Während des Studiums haben wir dann gemerkt: So ein Projekt lässt sich für eine einzelne Hochschule nicht in der Qualität bewältigen, wie wir es für richtig halten. Also haben wir den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und UniNow gegründet, damit wir eine App für alle Hochschulen anbieten können. Genau genommen sind wir so in diese Sache‚ ‚irgendwie reingerutscht’. 

 

Was sind die nächsten Meilensteine, zusätzlich zur geplanten Flächendeckung in Deutschland?

Wir fangen jetzt mit dem Recruiting an, das ist ganz wichtig. Aktuell ist diese Recruiting Option noch nicht in die App integriert und damit wollen wir diesen Monat beginnen. Zunächst wird das regional an den Hochschulen, an denen wir die meisten Nutzer haben, stattfinden. Dort werden wir dann – ganz Start-up-typisch – erst einmal viel testen und ausprobieren und im Anschluss das Ganze natürlich auch relativ schnell deutschlandweit ausbreiten. Wir wünschen uns außerdem, noch mehr mit den Hochschulen zu kooperieren. Wir könnten uns beispielsweise gut vorstellen, UniNow in den jeweiligen Unifarben zu branden. 

 

Ihr wollt in eurem Uni-Alltag alles auf einen Blick haben und noch dazu schnell die zu eurem Studiengang passenden Praktika und Jobs finden? Dann informiert euch auf www.uninow.de und ladet euch die